
Ein handgemaltes Plakat, ein unvergesslicher Moment und Tränen purer Freude: Für Jan Feddermann wurde der Sonntag in der Allianz Arena zu einem Tag, den er nie vergessen wird. Nach dem 8:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg ging ein Video viral: Ein junger Fan, Tränen in den Augen, überwältigt von Emotionen – mit dem spielgetragenen Trikot von Jonathan Tah in den Händen. Was diesen Moment so besonders gemacht hat und warum der FC Bayern für ihn weit mehr ist als nur ein Fußballverein, erzählt Jan im Interview mit fcbayern.com.

Schon früh war klar, dass Jans Herz rot-weiß schlägt. Sein erstes FC Bayern-Trikot bekam er mit acht Jahren – damals noch in der Zeit von Robert Lewandowski. „Ich war schon immer total beeindruckt von der Allianz Arena, von der Atmosphäre, von diesem bayerischen Flair“, erzählt er. Der FC Bayern habe für ihn von Anfang an etwas Besonderes ausgestrahlt: „Ich fand den Verein einfach immer sehr sympathisch.“
Der Stadionbesuch am Sonntag war für Jan dennoch eine Premiere. Zum ersten Mal live in der Allianz Arena – ein Weihnachtswunsch, der in Erfüllung ging. Und was dann folgte, übertraf alles, womit er gerechnet hatte.
Ein Moment, der alles veränderte
Als Jonathan Tah nach dem Spiel auf ihn zukam, war Jan völlig überwältigt. „Es war unbeschreiblich“, sagt er. Noch immer schwingt das Staunen in seiner Stimme mit. „Ich habe natürlich nicht wirklich damit gerechnet. In der Allianz Arena sind so viele Menschen – die Chance ist eigentlich extrem gering.“
Und doch wollte er es versuchen. Am Freitag vor dem Spiel nahm er ein Bettlaken seiner Oma, bemalte es, hing es im Stadion auf. „Ich habe einfach gedacht: Vielleicht sieht er es ja.“
Dann kam dieser eine Augenblick. Tah zog sein Trikot aus, ging zum Ordner, zeigte auf Jan. „In dem Moment ist ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen“, sagt er leise. „Ich konnte danach eigentlich gar nicht mehr denken. Erst auf dem Rückweg.“ Es sei, sagt Jan ohne zu zögern, „der glücklichste Moment meines Lebens“ gewesen.
„Pure Freude – einfach nur Glück“

Das Trikot selbst in den Händen zu halten, machte alles noch unwirklicher. „Das ist ja sonst etwas, was man nur aus dem Fanshop kennt oder aus Videos“, beschreibt Jan. „Und dann halte ich plötzlich ein spielgetragenes Trikot in der Hand – mit Flecken, direkt vom Originalspiel.“ Vor 75.000 Zuschauern hatte Jonathan Tah wenige Minuten zuvor noch Wolfsburger Angriffe abgewehrt. Jetzt lag dieses Trikot bei Jan. „Ich konnte es einfach nicht realisieren.“
In der Nacht danach schlief er kaum. „Ich habe davon geträumt und mich am Morgen gefragt: Ist das wirklich passiert?“ Erst als er das Trikot wieder sah, wusste er: Ja, es war real.
Warum Jonathan Tah?
Dass es ausgerechnet Jonathan Tah war, machte den Moment noch emotionaler. Schon vor dessen Wechsel nach München war Jan Fan des Nationalspielers. „Er wirkte immer sehr sympathisch, hatte so eine coole Art auf dem Platz“, erklärt er. „Und er macht so viele wichtige Sachen für die Mannschaft.“
Solche Emotionen hatte ich noch nie. Ich weine eigentlich nicht vor Freude. Da konnte ich es einfach nicht zurückhalten.
Jan Feddermann
Als Tah dann zum FC Bayern wechselte, fügte sich alles zusammen. „Mein Lieblingsspieler bei meinem Lieblingsverein – das war einfach perfekt.“ Für Jan war klar: Wenn er ein Plakat malt, dann für Jonathan Tah.
Tränen, die alles sagen
Die Bilder von Jans Freudentränen bewegten in den sozialen Netzwerken viele Menschen. Für ihn waren sie Ausdruck von etwas, das er so noch nie erlebt hatte. „Ich freue mich natürlich oft – über Siege, über große Spiele“, sagt er. „Aber solche Emotionen hatte ich noch nie. Ich weine eigentlich nicht vor Freude. Da konnte ich es einfach nicht zurückhalten.“
Auch Familie und Freunde waren tief berührt. Seine Mutter war im Stadion, sein Vater sah alles im Fernsehen. Freunde meldeten sich, Mitschüler sprachen ihn an. „Es war einfach schön zu merken, wie viele sich mit mir gefreut haben“, sagt Jan. „Dass sie mir das gönnen.“

Für Jan steht dieser Moment sinnbildlich für den FC Bayern. „Es hat mir nochmal bestätigt, wie wichtig die Fans sind“, sagt er. „Dass es diesen Draht zwischen Spielern und Fans gibt.“ Gerade diese Nahbarkeit mache den Verein für ihn so besonders – ob bei Autogrammen, öffentlichen Trainings oder Testspielen gegen kleinere Klubs. „Man merkt einfach: Das ist eine Familie.“
Ein Symbol für Fannähe
Das Trikot wird einen Ehrenplatz bekommen. „Ich werde es rahmen und über mein Bett hängen“, sagt Jan mit einem Lächeln. „Dann freue ich mich jeden Tag daran, wenn ich ins Bett gehe.“ Und wenn er Jonathan Tah noch einmal begegnen würde? „Ich würde mich tausendmal bedanken“, sagt er. „Und ihm sagen, dass das Trikot für immer in besten Händen ist.“
Der Traum eines jungen Fans – erfüllt durch eine Geste. Und ein Moment, der zeigt, was den FC Bayern ausmacht: Nähe, Emotionen und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.
Michael Olise und Luis Díaz glänzten im Duell mit dem VfL Wolfsburg am Sonntag:

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