

Nach dem bitteren Aus im Champions League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain richtet sich der Blick des FC Bayern auf die letzten drei Pflichtspiele der Saison. Zu Beginn dieses Endspurts gastiert der Deutsche Meister am Samstag (18:30 Uhr) beim VfL Wolfsburg. Die Favoritenrolle vor dem Duell mit dem Tabellensechzehnten ist klar verteilt: Einerseits, weil die Wölfe im eigenen Revier bislang erst zehn Punkte sammelten und damit das schwächste Heimteam dieser Spielzeit stellen. Andererseits, weil die Bayern ein Angriffsduo in den eigenen Reihen haben, dass sich in Sphären bewegt, die die Bundesliga so noch nicht erlebt hat. Wie außergewöhnlich diese Offensivpower ist, lest Ihr in den Zahlen und Fakten zur Partie.
Zwei, die die Liga auf den Kopf stellen

Zwei, die die Liga auf den Kopf stellen

Die Rede ist natürlich von Michael Olise und Harry Kane. Erstmals seit detaillierter Datenerfassung 2004/05 kommen zwei Spieler eines Vereins in einer Bundesliga-Saison auf jeweils mindestens 33 Torbeteiligungen – ein unglaublicher Wert. Während Kane bislang 38 Scorer sammelte, steht Olise aktuell bei 33 und egalisiert damit den Saisonrekord für einen Flügelspieler. Nur Jadon Sancho war 2019/20 genauso erfolgreich. Und es stehen ja noch zwei Spieltage aus.
Obwohl die Meisterschaft bereits perfekt ist, sollten die Münchner auch mit Blick auf das DFB-Pokalfinale die Spannung weiter hochhalten. Dass der deutsche Rekordmeister mit 83 Punkten nach 32 Spielen seine drittbeste Bundesliga-Saison überhaupt spielt, ist ein klares Indiz dafür, wie konstant die Elf von Vincent Kompany bislang durch die Saison geht. Nur 2012/13 (85 Punkte) und 2013/14 (84) hatten die Bayern zu diesem Zeitpunkt mehr Zähler auf dem Konto.
Ein größeres Torkonto hatten die Bayern in der Bundesliga indes nie. Mit 116 Treffern stellt der FCB die historisch beste Offensive einer Bundesliga-Saison. In diesem Jahrtausend gelang es in Europas Top-5-Ligen überhaupt erst zweimal einem Team, noch mehr Saisontore zu erzielen: Real Madrid in der Saison 2014/15 (118 Tore) und 2011/12 (121).
Unschlagbar auf fremdem Platz
Die beeindruckenden Offensivzahlen sind dabei ein wesentlicher Grund, warum der Rekordmeister auch auf gegnerischem Platz so konstant punktet. So ist der FC Bayern mit 42 Punkten derzeit das beste Auswärtsteam im deutschen Oberhaus. Saisonübergreifend ist die Kompany-Elf bereits seit 25 Bundesliga-Gastspielen in Serie ungeschlagen (19 Siege, sechs Remis). Erst zweimal blieben die Bayern in der Fremde länger ohne Niederlage: Zwischen 1985 und 1987 punkteten sie in 26 Auswärtspartien in Folge, von 2012 bis 2014 sogar in 33 Begegnungen am Stück.
Starke Bayern-Bilanz gegen den VfL

Starke Bayern-Bilanz gegen den VfL

Auf der Jagd nach dieser neuen Bestmarke kommt der VfL Wolfsburg vermeintlich genau zur rechten Zeit. Gegen kein anderes Team, auf das der FCB in der Bundesliga mehr als zehnmal traf, liest sich die Bilanz besser: Im Schnitt holen die Münchner gegen die Wölfe 2,54 Punkte. Wie groß der Erfolgswille im Duell mit dem VfL ist, zeigte bereits die Hinrunde: Luis Díaz und Co. siegten mit 8:1 und bescherten Wolfsburg die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte. Ziemlich genau fünf Monate sind seither vergangen – und während sich die Bayern bereits zum Deutschen Meister gekürt haben, stehen den Niedersachsen zwei Endspiele um den Klassenerhalt bevor.
Wie weit die beiden Clubs in dieser Saison auseinanderliegen, zeigen auch diese Statistiken: Während die Münchner bisher 29 Punkte nach Rückstand holten und damit den Bundesliga-Rekord von Bayer 04 Leverkusen aus der Spielzeit 1999/2000 einstellten, verspielten die Wolfsburger schon 33 Zähler nach Führungen – mehr waren es in der Drei-Punkte-Ära nur beim FC Schalke 04 (1999/2000).
Trotz dieser vermeintlich deutlichen Ausgangslage startet das Duell am Samstag bei 0:0 – mit dem klaren Ziel der Bayern, drei Punkte mit nach München zu bringen.
Wir haben den kommenden Gegner etwas genauer unter die Lupe genommen:

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